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Einleitung
Heutige Situation
Vision / Ziele
Stand der Dinge
Anhang
Kontakt


Projektstatus:
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Einleitung

Viele Ideen entstehen aus der Unzufriedenheit über eine gegenwärtige Situation heraus, so auch diese, welche Ausgangspunkt unseres Projektes ist - nämlich die Idee, die Befreiung der Tiere mit einem Wohnprojekt zu verknüpfen.

Basierend auf der Erkenntnis, dass wir uns ein Stück weit selbst befreien müssen, um andere befreien zu können, wollen wir über ein gemeinsames Wohnprojekt Synergien erzielen, die uns strukturell, mental und physiologisch in die Lage versetzen, einen Beitrag an der Befreiung aller bewusst wahrnehmenden Individuen durch die Veränderung der Verhältnisse in der menschlichen Gesellschaft zu leisten.

Da auch unsere Energie und die uns zur Verfügung stehende Zeit nicht grenzenlos ist, soll im Mittelpunkt unserer Aktivitäten die Befreiung nicht-menschlicher Tiere stehen. Dabei wollen wir diese aber nicht isoliert von anderen Themen auffassen, sondern Zusammenhänge zu anderen Herrschaftsverhältnissen in Theorie und Praxis berücksichtigen.

Wir wollen nicht länger in einer Gesellschaft, deren Merkmale Ausbeutung, Unterdrückung, Ungleichbehandlung, Entfremdung, Konkurrenz und Isolation sind, einfach nur funktionieren, sondern diese Verhältnisse überwinden. Wir wollen nach Freiheit und Selbstverwirklichung streben und uns diesen in einem kontinuierlichen Prozess sukzessive annähern. Wir wollen in einer veganen sozialen Gemeinschaft solidarisch, herrschaftsfrei und selbstbestimmt zusammenleben und wirken. Miteinander und nicht nebeneinander leben, die gesellschaftlichen Verhältnisse verändern und nicht belassen.

Heutige Situation

Betrachten wir die gegenwärtige Situation (Mai 2012), so finden wir viele kleine Organisationen vor, die sich als Teil der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung begreifen. Einige halten sich (mühsam) über Wasser, andere müssen sich aus Mangel an Aktivist_innen auflösen oder befinden sich mehr oder weniger in einem Zustand der Untätigkeit. Gemein haben sie fast alle, dass sie nur wenige aktive Mitglieder/Teilnehmer_innen aufweisen. Die Anzahl der auf den Mailinglisten eingetragenen Personen übersteigt bei weitem die Anzahl derer, die zum aktiven Kern der jeweiligen Organisation gezählt werden. Zu diesem gehören überwiegend Personen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen bzw. über die Möglichkeit verfügen, ihre Freizeit flexibel zu planen - vornehmlich Student_innen und Schüler_innen. Selten und vereinzelt auch Rentner_innen.

Ein entscheidender Grund für den Mangel an Aktivist_innen ist somit kein Mangel an Vitamin B12, sondern an frei zur Verfügung stehender Zeit. Mit der, die einem zur Verfügung steht, konkurrieren verschiedene Alternativen der Freizeitgestaltung. Bei erwerbstätigen Personen wird diese Zeit zumeist zur Regeneration vom Arbeitsalltag benötigt, weshalb die Motivation sich ehrenamtlich an sozialen Bewegungen zu beteiligen äußerst gering ist. So gewinnen beispielsweise vegane Brunche, Festivals und Spieleabende gegenüber Tätigkeiten wie die Durchführung von Informationsständen, Theoriearbeit oder die Vorbereitung einer Demonstration.

Aufgrund der die persönliche Situation maßgeblich bestimmenden gesellschaftlichen Verhältnisse sehen sich die meisten Menschen dazu genötigt ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um ihre Existenz zu sichern. Mit dem Antritt einer Arbeitsstelle treten sie für die Dauer der Arbeitszeit in ein Abhängigkeitsverhältnis zum_zur Arbeitgeber_in ein, in der sie fremdbestimmte Tätigkeiten ausüben.

Ihre erbrachte Leistung übertrifft in fast allen Fällen die für ein „gutes Leben“ notwendige, doch wird bedingt durch das politisch-ökonomische System nur auf einen Teil der geleisteten Arbeit Lohn (inkl. Gehalt) ausgezahlt. Häufig nur so viel wie zur Regeneration der Arbeitskraft notwendig ist – Freizeit und Lohn sind Erfordernis für die Reproduktion der Arbeitskraft und stehen daher im Dienste der Arbeit selbst.

Die Arbeit wird, getragen durch Arbeitnehmer_innen, somit zum Selbstzweck, technologische Entwicklung durch Wettbewerb zu ihrem Antrieb, welcher wiederum Ursache für Leistungsdruck und die daraus folgenden psychischen und physischen Beeinträchtigungen ist. Der Sinn ihres Lebens – der Arbeiter_innen – führt nicht zur Arbeit an sich, sondern wird das Überleben um zu Arbeiten dadurch, dass ihnen Zeit zur Selbstverwirklichung entzogen wird, zu ihrem Sinn erklärt. Häufige Folgen sind Entfremdung, soziale Isolation und eine angeschlagene Gesundheit.

Um die (künftige) Arbeitsstelle nicht zu gefährden erfolgt nicht selten, durch das Zurückhalten der eigenen Meinung, eine Selbstzensur. Auch wird von öffentlichen Auftritten und Aktionen Abstand genommen. Mögen die Abhängigkeiten der Grund für solche Verhaltensweisen sein, so werden diese jedoch durch fehlende Solidarität und durch einen Mangel an sozialem Rückhalt verstärkt, was in einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung die auf Egoismus, Rücksichtslosigkeit und dem Gegeneinander basiert, keine Seltenheit ist. Somit besteht oftmals das Abhängigkeitsverhältnis zum_zur Arbeitgeber_in über die Dauer der Arbeitszeit fort.

Weitere Abhängigkeiten bestehen durch die Nutzung von Wohnraum durch (hohe) Mieten und Hausordnungen. Wobei dieser bedingt durch die Arbeitszeit und Unternehmungen fast nur für die Übernachtung und als Lager für angehäufte und, wenn überhaupt, nur sehr selten benutzte Gegenstände Verwendung findet. Meistens wird ein Großteil des Lohns für diesen geopfert.

Hinzukommt, dass in der Zeit, in der keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen werden muss, Termine wahrgenommen und Tätigkeiten durchgeführt werden müssen – zum Beispiel Einkäufe, Arztbesuche, Reparaturen und/oder Verwaltungsaufgaben. Für uns selbst und unsere Mitwelt bleibt kaum bzw. keine Zeit.

Vision / Ziele

Dieser Abschnitt versteht sich als Ergänzung zu den Inhalten in der Einleitung. Die im vorherigen Abschnitt beschriebenen Abhängigkeiten wollen wir so weit es uns möglich ist auflösen bzw. reduzieren.

Bei unserem Vorgehen wollen wir uns über die bestehenden Abhängigkeiten bewusst werden und diese soweit notwendig in unserer Planung berücksichtigen. Die konkrete Realisierung des Projekts machen wir abhängig von unseren Möglichkeiten und dem Konsens der beteiligten Personen. Das Gewicht der Mitsprache soll bei allen Beteiligten gleich sein.

Um einen möglichst hohen Grad an Unabhängigkeit, Selbstverwaltung und Selbstverwirklichung zu erreichen, soll über ein bis zwei Zwischenschritte eine Wohnimmobilie mit ein bis drei Hektar landwirtschaftlicher Fläche erworben werden. Den Erwerb von bebaubarem Land und die Errichtung des Wohngebäudes durch die Vergabe eines Bauauftrages oder durch Eigenbau betrachten wir als weitere Möglichkeiten.

Als Zwischenschritte werden hier vegane Wohngemeinschaften verstanden, die dem Erwerb der eigentlichen Wohnimmobilie vorausgehen und es uns ermöglichen, gemeinsam zu planen und uns näher kennenzulernen. Um mit der Umsetzung des Projektes möglichst bald zu beginnen, soll bereits in Kürze eine VG (vegane Wohngemeinschaft) gegründet werden. Diese wird wahrscheinlich erst wenige interessierte Personen umfassen, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, einen weiteren Zwischenschritt zu gehen und eine größere VG zu gründen.

Der Großteil der landwirtschaftlichen Fläche soll gemeinschaftlich in Form eines essbaren Waldgartens (eng. food forest, siehe Anhang) genutzt werden. Die restliche Fläche soll unter den Bewohner_innen zur individuellen Selbstverwirklichung und als grüner privater Rückzugsort aufgeteilt werden.

Das Wohnprojekt soll viel Raum für gemeinschaftliches Leben bieten, die Begegnung und die soziale Gemeinschaft fördern - aber auch allen einen privaten Rückzugsbereich in Form eines Zimmers pro Person/Pärchen/Familie bieten. Ob es sich bei unserem Vorhaben um ein Mehrgenerationenprojekt handeln soll, entscheiden wir gemeinsam.

Das Wohnprojekt soll in der Region Oberbayern Süd an einem Ort entstehen, welcher über eine gute ÖPNV-Anbindung nach München verfügt (hierunter wird eine Gesamtfahrtzeit von bis zu etwa 1:15h verstanden). Die dem eigentlichen Wohnprojekt als Zwischenschritte vorausgehenden VGs sollen ein wenig außerhalb von München oder innerhalb von München liegen – die Gegend sollte jedoch ruhig und eher grün sein. Für unsere Ortswahl sprechen unter anderem die folgenden drei Gründe: 1. Die Nähe zu einer Großstadt gibt uns die Möglichkeit viele Menschen durch verschiedenste Formen der Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen. 2. Zumindest zu Beginn unseres Projektes sind wir (zumeist) abhängig von einer fremdbestimmten Erwerbstätigkeit. 3. Die Nähe zu den Alpen.

Ob wir weitere Vorhaben, und wenn ja welche, mit dem Tierbefreiungswohnprojekt verknüpfen wollen, ist zu diesem Zeitpunkt offen. Ein Antitierbenutzungshof soll jedoch kein Teil des Projektes sein, da ein solcher viel Zeit, Energie und monetäre Mittel in Anspruch nimmt, die wir lieber in die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch kreative und wirksame Aktionen sowie notwendige Theoriearbeit stecken wollen. Auch soll die Organisation von Partys und Konzerten nicht zu unseren Haupttätigkeiten zählen.

Es soll nicht nur einfach eine x-beliebige Wohngemeinschaft von Personen entstehen, die bis auf die vegane Lebensweise nichts miteinander gemein haben. Teilhabe an der Gemeinschaft und Solidarität ist uns ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam wollen wir die Idee der Tierbefreiung aktiv umsetzen, danach streben uns nachhaltig selbst zu versorgen und dazu beitragen eine herrschaftsfreie Gesellschaft zu schaffen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein solches Projekt zu finanzieren. Auf Fragen zur Finanzierung und Rechtsform wird persönlich bei echtem Interesse an unserem Projekt eingegangen.

Wenn Du an der Teilnahme an unserem Projekt interessiert bist, kommst Du, wenn Du Aktivist_in bist, für uns in Frage, wenn Du vegan lebst, Nichtraucher_in bist, Alkohol nicht oder nicht im Übermaß konsumierst, keine harten Drogen zu dir nimmst, eine gewisse Naturverbundenheit aufweist, emanzipatorisch, antikapitalistisch und herrschaftsfrei eingestellt bist. Wir bevorzugen Personen mit einer gewissen inneren und äußeren Ruhe, da wir aus unserem Wohnprojekt keine Diskothek machen wollen.

Wenn Du dich mit unserem Projekt identifizieren kannst und Interesse an einer Teilnahme hast, so würden wir uns freuen, wenn Du dich über unser Kontaktformular bei uns meldest.

Stand der Dinge

Suche nach Teilnehmer_innen für den ersten Zwischenschritt, dass heißt für die erste vegane Wohngemeinschaft zur weiteren gemeinsamen Planung, welche in Kürze verwirklicht werden soll, und die Erstellung eines Projektflyers.

Anhang

Essbare Waldgärten

Waldgärten zählen zu den idealen Permakultursystemen und bestehen hauptsächlich aus mehrjährigen und robusten Pflanzen, welche den etwa sieben Vegetationsschichten eines natürlichen Waldes zugeordnet werden: Verschieden hohe Baumschichten, Sträucherschicht, Gemüse- und Kräuterschicht, Rhizomschicht, Bodendeckerschicht und vertikale Schicht (Kletterpflanzen). Waldgärten sind vielfältige Mischkulturen, in denen Pflanzen zu ihrem gegenseitigen Vorteil benachbart werden. Die Haupttätigkeiten in erwachsenen Waldgärten sind Schnitt, Mulchen und Ernte. Essbare Waldgärten ermöglichen den nachhaltigen Anbau von vielfältigen Lebensmitteln in ausreichenden Mengen mit wenig Aufwand.

Im Folgenden ein Zitat aus dem Buch „Das große Handbuch Waldgarten: Biologischer Obst- Gemüse- und Kräuteranbau auf mehreren Ebenen“ von Patrick Whitefield (3. Auflage 2011, S. 12), welches seine Definition von Waldgarten beinhaltet:

„Der Waldgarten hat den natürlichen Wald zum Vorbild. Wie der natürliche Wald besteht er aus drei Vegetationsschichten: Bäume, Sträucher und Wildkräuter. In einem essbaren Waldgarten besteht die Baumschicht aus Obst- und Nussbäumen, die Strauchschicht aus Beeren- und Nusssträuchern, die Krautschicht aus mehrjährigen Gemüsearten und Kräutern. Das Erdreich wird nicht umgegraben und einjährige Gemüsearten werden nur dann verwendet, wenn sie sich selbst aussamen. Daraus entsteht meist ein mannigfaltiger Garten, mit einer großen Auswahl an essbaren Pflanzen.“

Eine weitere Definition stammt aus dem Buch „Edible Forest Gardens: Volume 1: Ecological Vision and Theorie for Temperate Climate Permaculture“ von Dave Jacke und Eric Toensmeier (2005, S. I):

„An edible forest garden is a perennial polyculture of multipurpose plants. Most plants regrow every year without replanting: perennials. Many species grow together: a polyculture. Each plant contributes to the success of the whole by fulfilling many functions: multipurpose. In other words, a forest garden is an edible ecosystem, a consciously designed community of mutually beneficial plants and animals intended for human food production. Edible forest gardens provide more than just a variety of foods. The seven F’s apply here: food, fuel, fiber, fodder, fertilizer, and “farmaceuticals,” as well as fun. A beautiful, lush environment can be a conscious focus of your garden design, or a side benefit you enjoy ...“

Ein weiteres Buch ist „Forest Gardening: Rediscovering Nature and Community in a Post-Industrial Age“ von Robert A de J Hart, welcher in Shropshire, England, nach Dave Jacke den weltweit ersten Waldgarten in einer gemäßigten Klimazone anlegte.

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